Alleinarbeit

Wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz ist zuallererst aus sozialen Gründen erforderlich – Unversehrtheit, Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen und Erhalt der Arbeitsfähigkeit. Doch auch der wirtschaftliche Nutzen für Unternehmen und Gesellschaft verdient Beachtung.
Eine Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) stellt erstmals Kosten und Nutzen betrieblicher Prävention in einer Bilanz gegenüber. Das Ergebnis: Der Return on Prevention liegt bei 2,2 – jeder in den Arbeitsschutz investierte Euro kommt mit mehr als dem Doppelten zurück.
Die vorherrschende Meinung – besonders in kleineren Unternehmen – ist noch immer, dass Arbeitsschutz vor allem Kosten verursacht. Die DGUV-Studie widerlegt das mit konkreten Zahlen. Drei Faktoren erklären, warum Prävention sich rechnet:
Stakeholder erwarten heute, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen und Arbeitssicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen. Unzureichender Schutz kann schnell öffentlich werden – über soziale Medien, Gerichtsverfahren oder Medienberichte nach schweren Unfällen.
Die Folgen reichen von langfristigen Umsatzeinbußen bis zu Liquiditätsengpässen. Für börsennotierte Unternehmen ist das Risiko besonders hoch, da Finanzmärkte sensibel auf Reputationsschäden reagieren.
Wird Arbeitsschutz hingegen ganzheitlich gelebt – idealerweise über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus – stärkt er aktiv den Ruf des Unternehmens und lässt sich in die Unternehmenskommunikation einbinden.
Jeder vermiedene Arbeitsunfall spart Kosten. Die Ausgaben für Arbeitssicherheit stehen den weit höheren Kosten für Unfälle, Krankheiten, Personalengpässe und Produktionsstörungen gegenüber.
Hinzu kommt: Gesundheitliche Folgen nach einem Arbeitsunfall sind in vielen Fällen nicht reversibel. Für Betroffene bedeutet das ein einschneidendes, oft dauerhaftes Erlebnis. Umso wichtiger ist es, dass Betriebe, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitnehmer gemeinsam Gefährdungen analysieren und Prävention konsequent umsetzen.
DGB-Index Gute Arbeit 2021 zeigt: Arbeitsschutz wirkt sich direkt positiv auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus.
Konkret: Nach einer Gefährdungsbeurteilung fühlten sich 81 % der Beschäftigten gut geschützt. Zudem bewerteten 87 % der Beschäftigten, in deren Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde, die Schutzmaßnahmen als ausreichend – gegenüber nur 76 % in Betrieben ohne Beurteilung.
Arbeitsschutzmaßnahmen reduzieren also nicht nur Compliance-Risiken. Sie bringen auch eine Wertschätzung zum Ausdruck, die das Beschäftigungsklima spürbar verbessert.
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